Niederlage in Rastatt

OSV Rastatt I – SV Lauf I 5:0 (2:0)

Siebzig Spielminuten waren vorüber, als OSV Torwart Heinze zum ersten Mal nach einem wuchtigen Dominik Frank – Eckball seine Aufgabe als Torhüter wahrnehmen musste. Bis zu diesem Zeitpunkt wäre es ihm möglich und nach dem Spielgeschehen verantwortbar gewesen, in chicem Blazer und modischen Gucci-Schuhen dem harmlosen Treiben vor seinem Strafraum zuzusehen. Die Leistung der Bäuerle-Schützlinge war dürftig; es war ein schlimmer Nachmittag für den Trainer, für die Verantwortlichen, für die treuen Anhänger, aber auch für die Mannschaft selbst. Nun könnte man annehmen, dass die Mannschaft von der Rolle war, was aber wohl nicht den Kern trifft. Die Grün-Weißen müssen seit Wochen aus verschiedenen Gründen auf mehrere Stammspieler verzichten und haben hierbei aufgetretene, spielerische Defizite durch enormen Einsatz, unbändigen Kampfgeist ausgeglichen und zeigen nun deutliche Verschleißerscheinungen. Viel guter Wille war da; allein – das reicht nicht. Die Elf läuft auf den Felgen, ist gedanklich nicht frisch, was im Laufe eines Spieles zu Missverständnissen, Fehlverhalten, Fehlhandlungen führt und gegen einen Gegner, der sich im wohligen Aufwind bewegt, zu einem Desaster führen kann.

Bereits in der Anfangsphase wirkten die Gastgeber spritziger, druckvoller, aber auch effektiver, weil sie auf dem schmierigen und glatten Geläuf den Ball laufen ließen und so bei weitem nicht die Standprobleme ihres Gegners hatten. Der Führungstreffer für den Platzverein war das Spiegelbild des Erscheinungsbilds der Kontrahenten: Nach einem  Eckball irrte der Ball im Strafraum wie eine Billardkugel zwischen unzähligen Beinen umher. Kein Laufer Abwehrspieler brachte die Kugel aus der Gefahrenzone, Stefaniak machte dem Spuk ein Ende und schob aus Nahdistanz ein. Bevor M. Fahrner sich mit einem Ausrutscher selbst aus dem Spiel nahm und Köpke die daraus resultierende Chance zu einem ungestörten Alleingang mit anschließendem Führungsausbau nutzte, hatte Torwart Andreas Doninger mit zwei großartigen Paraden größeren Flurschaden verhindert.

Nach der Pause wurde es schlimmer. Mit der Einwechslung von Marco Steimel und Dominik Frank wurde das Laufer Spiel zwar etwas lebendiger, blieb aber druck- und gefahrlos. In der 55. Minute hatten A. Doninger und B. Schmieder nach einer harmlosen Hereingabe alle Zeit der Welt, den Ball unter Kontrolle zu bringen, wollten ihn aber offensichtlich nicht. Klasse-Stürmer Stebel  war der lachende Dritte und schob mühelos zum 3. Treffer ein. Danach konnte E. Hokacu eine platzierte Reinbold-Flanke nicht in ein Tor ummünzen. Sein Kopfball ging am Tor vorbei. In der 66. Minute Tor Nr. 4 durch Kamerla, der einen zweifelhaften Handelfmeter sicher verwandelte. Kurz vor Schluss demonstrierte Stebel seine Stürmerqualitäten, weil er gedankenschnell eine halbhohe Flanke mit dem Kopf ins lange Eck setzte. Das war es dann.

Lauf II spielte 1:1 Unentschieden. Torschütze war hier Eddi Döpping, der mit seinem Treffer bewies, dass sein „Torriecher“ selbst nach langer Fußballabstinenz noch intakt ist.

JoHo

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