Sieg im Derby

Lauf I – SV Sasbach I 2:0 (0:0)

„Mach dein Ding“ scheint sich Marco Steimel gedacht haben, als er in der 51. Minute einen blitzsauberen Konter über den gut aufgelegten Michael Lang, sowie Stefan Weiser,  ganz abgeklärt mit einem trockenen Flachschuss abschloss. Vorher und danach wurde den Anhängern beider Mannschaften ein eher durchwachsenes, an Höhepunkten armes, Spiel präsentiert. Nichts war es mit einem Galadinner, Selters statt prickelnder Sekt, verbissene Zweikämpfe waren angesagt. Die Kontrahenten gingen allesamt bis in die Haarspitzen motiviert in dieses ewig junge Derby, wobei es das Dreigestirn der Gäste – bestehend aus den Retsch-Brüdern, sowie Spielertrainer Oldach – war, das gerade in der ersten Hälfte oft spielerischen Glanz versprühte, mit ausgereifter Technik, mit ansprechender Spielkultur, sehenswerte Kombinationen produzierte, aber insgesamt zu wenig, wirklichen Druck aufs Laufer Gehäuse aufbauen konnte. Diese agilen Spieler hatten aber auch in Jens Deschl, Benedikt Schmieder und Benjamin Hensel unnachgiebige, konsequente, höchst konzentrierte Gegenspieler, die wie flüssiges Karamell an ihnen klebten und somit die ganz großen Möglichkeiten erst gar nicht zuließen. Waren diese Hindernisse überwunden, stand mit Matthias Ams  noch ein Libero da, der fehlerlos und souverän den Rest erledigte. Im Gegenzug wurde Stefan Weiser von Thomas Gerber auch nachhaltig beschattet, womit die Platzherren – bei denen Spieler, wie Peter Zimmer und Spielertrainer Bäuerle, die auch für Spielkultur stehen, fehlten – ihr Heil im Kampf suchten. Bevor die Laufer Führung erzielt war, gingen die Gäste mit einer Großchance, die sich ihnen nach einem tollen Flankenlauf mit anschließender, präziser Hereingabe von Rene Retsch bot, fahrlässig um, blieben somit torlos. Zwischen der 76. und 87 Minute wurde es dann richtig lebendig. Zunächst traf Marco Reinbold 3mt vor dem Tor freistehend nicht den Ball, als er eine Klasse-Flanke von Hensel passieren ließ.  Kurz danach traf Ams bei einer Abwehr mehr Bein des Gegners, als den Ball. Hier lag – nicht unberechtigt – ein Elfmeter in der Luft,  der aber dann in der 79, Minute kam, als ein gegnerischer Stürmer im Strafraum –  bei einem Kampf um den Ball –  doch sehr unsicher auf den Beinen stand. Na ja. Daniel Retsch trat zur Vollstreckung an, doch Torwart Andy Doninger reagierte glänzend, hielt den zu unplatziert geschossenen Ball und die Laufer Führung fest in seinen Händen. Für kurze Momente musste er dann um seine Gesundheit fürchten, denn viele kräftige Männerhände umarmten und herzten ihn. Nach dieser Wohlfühlatmosphäre keimten beiderseits kurzfristig Härten auf, die Partie wurde farbig. In der 88. Minute dann der Führungsausbau für Lauf. Benjamin Hensel, der an diesem Tag eine großartige Leistung ablieferte, gewann in der eigenen Hälfte einen Zweikampf, schnappte sich den Ball, überlief, umspielte alles, was sich ihm in den Weg stellte, wurde im Strafraum bedrängt, behindert, vom Tor abgedrängt, schlug Haken, wurschtelte weiter, schuf ein so heilloses Durcheinander,  dass bei einem Abwehrversuch Gästeakteur Seifermann den Ball ins eigene Netz schlug. Dieses Tor war sichtbarer  Ausdruck des absoluten Siegeswillens der Laufer Elf, die als Einheit den Sieg wollte, insgesamt ein Quäntchen mehr Leidenschaft, mehr Laufbereitschaft investierte, was gegen einen nicht aufgebenden Gegner auch erforderlich war. Im  Vorspiel gewann Sasbach mit 2:0.

JoHo     

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