SVL verliert gegen Bischweier

SV Lauf I – VfR Bischweier I 0:2 (0:2)
Bevor Schiedsrichter Hipp aus Karlsruhe den Ball für die zweite Halbzeit freigab, überprüfte er ordnungsgemäß die Anzahl der auf dem Platz stehenden Spieler. Bei den Gästen ging es bis zur Elf hinauf, bei Lauf war mit der Zahl 9 die Prozedur beendet. Diese Arbeitserleichterung hatte sich der Spielleiter in den Spielminuten 25 und 27 selbst verschafft, indem er Benedikt Schmieder und Matthias Fahrner vorzeitig von der Balljagd ausschloss.

In diesen zwei Minuten wurde die Heimelf, in der mit Torjäger Marco Reinbold, sowie Abwehrass Jens Deschl ohnehin zwei wichtige Leistungsträger fehlten, durch weiteren Qualitätsverlust gebeutelt. Zunächst hatte Schmieder im Strafraum, den agilen Gästestürmer Skubatz mit energischem Oberkörpereinsatz an der Verwertung einer hochkarätigen Torchance gehindert. Ein leichtes Rempeln, ein elegantes und ebenso unbeschwertes Fallen, ein lauter Strafstoßpfiff, eine leuchtend rote Karte, sowie ein souverän verwandelter Elfmeter durch Hertweck, waren die schnellen Stationen zur Gästeführung. Mit strenger Regelauslegung war die Entscheidungskette bis zu diesem Treffer regelkonform. Hart, vielleicht auch überzogen, aber vertretbar.

Der zwei Minuten später, einem Allerweltsfoul im Mittelfeld folgende Spielausschluss des unvorbelasteten Fahrners, war hingegen lächerlich, unbegründet, ein mit roter Schleife verziertes Geschenkpaket an die glücklichen Gäste und die perfekte Vorbereitung für den Führungsausbau durch Skubatz.

Bis zu diesen dramatischen Minuten war die Partie ausgeglichen. Die Abeska-Schützlinge wirkten spielerisch reifer, Laufer Einsatzwillen, hohe Laufbereitschaft hielten das Spiel offen. Noch in der ersten Minute verteilte Gästeschlussmann Tuczek höchstpersönlich ein nettes Geschenk, als er einen harmlosen Schuss genau vor die Füße von Adrian Hensel abprallen ließ. Die Situation für das Laufer Führungstor war perfekt, die Umsetzung dieser hochwertigen Chance suboptimal. Zaudern und Zögern, eine verspätete Abgabe, verschafften den Gästen genug Zeit, um die Situation zu klären.

Kurz danach saugten die Gästeakteure Skubatz und Emrich Honig aus Schwächen im Laufer Abwehrverband, kombinierten sich zügig und gekonnt in den Strafraum, der folgende fulminante Schuss von Emrich, wurde von Grün-Weiß Torsteher Andreas Doninger meisterlich pariert.

Nach der Reduzierung der Heim-Elf wurde die Partie in langen Phasen zum Langweiler. Die Gäste spielten Bürokratenfußball, hielten den Ball in den eigenen Reihen, verwalteten souverän das Ergebnis. Die Hock-Elf mühte sich redlich, doch der Weg zum Tor war weit und der Ball sehr oft unerreichbar. Gästezerberus Tuczek hatte einen geruhsamen Nachmittag, während Doninger in Klassemanier dem durchgebrochenen und allein vor ihm auftauchenden Wein den Ball von den Füßen nahm.

Fazit: Eine bittere Niederlage für die Platzherren, ein schaler Sieg für die Gäste. Respekt der Hock-Elf, die mit den Nackenschlägen sportlich umging und den ungleichen Wettkampf mit Anstand über die Zeit brachte. Die Rückrunde wird herb, der Klassenerhalt wird schwierig, zumal Torjäger Reinbold in der laufenden Saison in das Spielgeschehen verletzungsbedingt nicht mehr eingreifen wird.

Lauf II verlor 0:1.

JoHo

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