SVL verliert gegen Kuppenheim II

SV Lauf I – SV Kuppenheim II 2:5 (1:2)

Es trügt oft nur der Schein: die Höhe der Niederlage, die Tordifferenz ist zwar beeindruckend, spiegelt dennoch den Verlauf dieses Spiels verzerrt wider. Die Hock-Schützlinge waren nicht so winzig, die Gäste nicht so riesig, wie das Ergebnis vermuten lässt. Haarsträubende individuelle Patzer, die einen tiefen Einblick in die angeknackste Psyche von Grün-Weiß gewährten, standen bei drei Gästetoren Pate. Die ersten 25 Minuten gehörten dem Gegner. Er war dominierend, ließ den Ball gekonnt, Raum gewinnend kreisen, baute Druck auf. Dem Führungstor durch Hildenbrand, ging zögerliches Verhalten einzelner Abwehrspieler voraus. Weit mehr unentschlossen, fast teilnahmslos, schaute Torhüter Doninger dem Treiben in seiner Reichweite zu, somit war der Gästetreffer zwingend.

Der verwandelte Strafstoß durch Bühlinger in Spielminute 25, gab der Überlegenheit der Gäste folgerichtigen Ausdruck. Danach erhielt das Spiel ein anderes Gesicht. Durch die gesamte Laufer Elf ging ein Ruck. Mit imponierender Moral, mit dem Herz eines Löwen, angetrieben von Benedikt Schmieder, Jens Deschl rangen die Einheimischen um jeden Ball und jeden Zentimeter Boden. In Spielminute 39 dann der erste Lohn, als Matthias Ams einen Freistoß aus halbrechter Distanz flach um die Mauer ins lange Eck schlenzte. Kurz zuvor hatte sich Christian Bartnick auf der rechten Außenbahn energisch durchgesetzt. Seine präzise Flanke münzte Marco Reinbold in einen wuchtigen Schuss um, der von Gästetorwart Dvoth mit den Fäusten abgewehrt wurde. Lauf war Chef im Ring. Der Elan wurde lediglich durch den Halbzeitpfiff unterbrochen.

In Spielminute 47 setzte sich Peter Zimmer auf der linken Außenbahn überlegen durch, schlug eine maßgerechte Flanke auf Marco Steimel, der ein krachendes Pfund auf die Reise schickte. Torhüter Dvoth brachte im letzten Moment seine Fäuste hinter den Ball. Mitten in diesen Elan dann der Nackenschlag durch Andreas Doninger, der ohne sichtbare Veranlassung sein Gehäuse weit hinter sich ließ, weiten Raum für die Gäste schuf. Hildenbrand nahm diese Morgengabe dankbar an, konnte einen schlaffen Schuss aus weiter Distanz ins Netz setzen. Dieses Harakiri steckte die Hock-Elf unbeeindruckt weg, suchte den schnellsten Weg zum Tor und zwei Minuten später dann das Déjà-vu. Wieder Freistoß, wieder ein raffiniert geschlenzter Ball von Matthias Ams, der vom mitdenkenden Peter Zimmer endgültig über die Torlinie befördert wurde.

Lauf bebte, die Luft flirrte, die Gäste zitterten, der Ausgleich lag schon halb im Netz. Einzige Schwäche war in dieser Druckphase das mangelnde Flügelspiel über die linke Außenbahn. Doch in Spielminute 61 nahm Laufs – bis dahin mit der beste Akteur – Jens Deschl, sich selbst, seiner Elf, den Schwung, den Glauben an einen Sieg, als er den Ball kontrollierte, aber nicht ins mögliche Seitenaus beförderte, sich stattdessen völlig unnötig den Ball abluchsen ließ. In dieser Situation war die Abwehr entblößt, weil mit Mann und Maus auf den Ausgleich gedrängt wurde. Ein Querpass, zwei freie Gegenspieler, die Einladung zum Konter war angenommen, Paul vollstreckte. Lauf drängte zwar weiter, der Gegner zog sich noch weiter zurück. Stramme Schüsse von Schmieder, Zimmer und Steimel flipperten in der Abwehrzone herum, fanden aber nicht den Weg ins Tor. Vielen Aktionen war danach anzusehen, dass der Wille gebrochen war.

Das letzte Gegentor durch Paul spielte bei dieser Dramaturgie keine Rolle mehr.

JoHo

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