SVL verliert gegen RSC

SV Lauf I – SC Rastatt I 1:3 (0:1)
Armer Matthias Renz. Der Interimstrainer und ehemalige Vollblutstürmer musste qualvoll zusehen, wie seine Elf Tormöglichkeiten zuhauf produzierte, aber dabei schmerzvoll demonstrierte, wie breit die Ursachen vergebener Möglichkeiten sein können. Stefan Weiser, Peter Zimmer, Benjamin Hensel, Benedikt Schmieder rannten sich die Seele aus dem Leib und die Füße wund, bauten Druck auf, inszenierten ansehnliche Kombinationen, doch vor dem gegnerischen Gehäuse löste sich das alles auf, fiel in sich zusammen, wie zu warme Schlagsahne.

Oft genug waren die Offensivkräfte im gegnerischen Strafraum, doch zaudern und zögern blockierten klare Einschussmöglichkeiten. Mit dem Kopf durch die Wand, anstatt den besser postierten Mitspieler einzubinden, Schüsschen, statt vehementer Wucht, brachiale Schussgewalt, statt überlegtes Schieben. Der Chancentod hielt reiche Ernte. Grün-Weiß   muss seit Wochen wechselweise auf mehrere Stammspieler verzichten, das Liberoproblem brennt unter den Nägeln, doch unterm Strich vergibt die Renz-Elf zu viele Chancen.

In den ersten 45 Minuten wirkte der fatale Fehltritt von Lichtental noch nach, blockierte Köpfe und Beine. Viel Laufarbeit, viele Fehlpässe. Einen dieser Fehler wurde bereits in der 2. Minute durch Andre Eiler bestraft. Der hellwache Spielertrainer Kalpakoglu fing einen Pass im Mittelfeld ab, spielte blitzschnell auf den Torschützen, der seine Freiheit eiskalt mit einem platzierten Schüsschen nutzte.

Laufer Torjubel wurde in der 30 und 36 Minute unterdrückt. Einmal parierte Torwart Zurba einen Adrian Hensel Distanzschuss sicher, das andere Mal wählte Hensel die Alternative Dribbling, anstatt aus Kurzdistanz auf das Tor zu schießen.

In Spielhälfte zwei hatten die Platzherren weitaus mehr Spielanteile, daraus resultierend mehr Möglichkeiten. Eine Energieleistung von Peter Zimmer, der alles überlief, sich in den Strafraum tankte, mit seinem schwachen rechten Fuß einfach abzog und Erfolg hatte, brachte den zwischenzeitlichen Ausgleich. In der 74.Minute offenbarte sich das ganze Bild des Spiels: Christian Bartnick schoss aus 8 Meter den Torwart an, Kalpakoglu schickte Mrakeljevic auf eine 60meter lange Reise. Der ließ alles hinter sich, lief und lief, wurde von Bruno Schmidt begleitet, aber nicht gestört. Es folgte ein Flankenwechsel auf Kalpakoglu, der parallel mitgelaufen war. Die gesamte linke Abwehrseite der Platzherren war offen wie ein Scheunentor und Rastatts Zentralfigur schickte Lauf auf die Verliererstraße.

Das 3:1 von Hildebrand war fast deckungsgleich mit dem Führungstreffer. Davor und danach ließen die Platzherren im defensiven Mittelfeld zu viel zu und im Sturm zuviel ungenutzt. In Lauf schwimmen die Felle davon.

Lauf II gewann 4:2. Torschützen waren Freddy Morenne, Mario Kaltenbach und zweimal Stefan Fahrner.

JoHo

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